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03.07.2012

Keine Wunder in Strebersdorf

Von: Pia Pfaffenbichler

Der letzte Spieltag vor der Sommerpause brachte keine Überraschungen was die vier Halbfinalteams anging, aber die FLA2 geht mit einem neuen (und erstmaligen) Tabellenführer in den verdienten Urlaub.

 

1.) DeLaSalle Saints (10-2)

Saints Quarterback Alex Weihs verzauberte die Zuschauer immer wieder mit wunderschönen Pässen, O-Ton „der hat des glernt“! Gelernt haben auch alle andern Saints – man präsentiert sich von Spieltag zu Spieltag eingespielter und souveräner. Die Spartans, vor einigen Wochen noch „sensationell“ bezwungen, stellten an diesem Spieltag schon keine Herausforderung mehr dar für den Spieltagsveranstalter. Wenn die Entwicklung der Saints weiterhin so steil bergauf verläuft, sind sie wohl der heißeste Anwärter auf den Sieg in der Sun Bowl II.

 

2.) Vienna Spartans (9-3)

Die Spartans präsentieren sich an den letzen Spieltagen als Pendant zu den Saints. Was diese an Entwicklungsschritten vorwärts machen, scheinen die Spartaner rückwärts zu gehen. Sie sind immer noch für (hohe) Siege gut, aber vor allem in knappen Spielen können sie ihr Potential oft nicht abrufen. Vor allem in der Offense wirkt man oft nicht auf derselben Wellenlänge. Hier sollte der Sommer eindeutig genutzt werden um QB Alexander Tirsch und seine Receiver besser aufeinander abzustimmen. Auch die Defense ist noch nicht ganz auf dem Level vergangener Jahre, so wird es schwer für die Spartans den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu holen.

 

3.) Barracudas (7-5)

Die Barracudas konnten am vergangen Spieltag nur einen Sieg erringen. Auch sie wirken noch nicht ganz auf dem Level letzter Jahre. Aber andererseits sind die Barracudas ein Playoff Team, das haben sie in den letzten Saisonen gezeigt. Auch sie werden den Sommer sicher nützen und im Herbst noch einmal verstärkt auftreten. Sie könnten sich als Stolperstein für jedes Team herausstellen.

 

4.) Flag Dragons (6-6)

Die Dragons überraschten am gestrigen Spieltag, wahrscheinlich auch sich selbst. Der Sieg gegen die Barracudas wurde dementsprechend auch gefeiert! Gegen die Spartans gab es nichts zu holen, gegen die Hawks dafür einen Kantersieg. Bei den Drachen scheint es also leicht bergauf zu gehen. Das muss es auch, will man in den Playoffs eine Gefahr für die anderen Teams darstellen. Die Defense ist der Stolz der Drachen, aber am Sonntag konnte auch die Offense vermehrt mit schönen Plays aufzeigen, Potenzial ist also vorhanden.

 

5.) Mödling Hawks (2-10)

Die Hawks konnten am Sonntag das „Kellerduell“ für sich entscheiden, die Amazones wurden 32-19 besiegt. Sonst gab es aber wieder nichts zu holen für die Mödlinger, wobei man gegen die Saints nur um drei Punkte verlor. Den Tabellenersten so ärgern zu können spricht von einer guten Leistung, für die Hawks kommt diese Steigerung aber zu spät, der Halbfinalzug ist abgefahren. Das Ziel für die Hawks wird daher am Spieltag im Herbst Spaß sein und vielleicht ein wenig Record-Verschönerung.

 

6.) Amazing Austrian Amazones (2-10)

Die Zeit um nach Ausreden zu suchen ist vorbei für die Amazones. Wieder fehlte der Headcoach, wieder fehlten einige Spielerinnen und gab es verletzungsbedingte Ausfälle. Aber mit der gezeigten Leistung können die Damen einfach nicht zufrieden sein. Zwar gab es auf beiden Seiten des Balls sehenswerte und beeindruckende Szenen, aber was den Damen fehlt ist Konstanz. Drops, schlechte Pässe, missed Flagpulls – die Amazonen machen sich das Leben selbst schwer. Man darf nie aus den Augen verlieren, dass sie in der FLA2 (größtenteils) gegen Männer antreten und dass es in einem reinen Damenturnier dann wieder ganz anders aussehen kann, aber die Damen sollten die (kurze) Restzeit vor der WM definitiv noch nutzen, sonst wird die gute Leistung von 2010 nicht wiederholt werden können. Und das Potenzial dazu hätten die Damen auf jeden Fall.

 

Als Resümee dieses Spieltags bleibt zu sagen: es war heiß! Und eine Kritik am Veranstalter sei an dieser Stelle erlaubt: Die Spielfelder sollten beim nächsten Mal etwas nach vorn gezogen werden, in die Mitte des Platzes. An der hinteren Längsseite der Endzonen war sehr wenig Platz bevor es gefährlich werden könnte (Löcher, Laufbahn, Torstangen). Auch der heuer etwas vernachlässigte Brauch als Veranstalter für die Teams eine Sechserpackung (Mineral-) Wasser zur Verfügung zu stellen wäre gerade bei so astronomischen Temperaturen begrüßenswert gewesen. Ansonsten war der Spieltag ein Erfolg. Sogar der Ligaorganisator schaute vorbei, zum ersten Mal in diesem Jahr.

Weiter geht’s im Herbst, am 8.9. im Wasserpark in Wien, wenn die Dragons den letzen Grunddurchgangsspieltag veranstalten.